Wintersport in den Bergen
TELEMARK – eine alte Technik neu belebt
„Der Rausch auf Skiern“
von Grit und Hans Prescher

Telemark ? Was ist das nun wieder für ein neumodischer Kram wird sich mancher Fragen. Andere haben vielleicht in den letzten Jahren vereinzelt Leute in einer merkwürdigen Skitechnik die Hänge hinunter schwingen sehen. Wir selber sind vor etwa zehn Jahren bei einem Bekannten darauf gestoßen und haben uns die ersten Schritte zeigen lassen. Inzwischen sind wir vom Virus Telemark infiziert und er lässt uns nicht mehr los. Seither werden wir immer öfter angesprochen was wir den da treiben und haben schon einige neue Anhänger der „freien Ferse“ gefunden.
Was ist nun Telemark ? Ein neuer Fun-Sport aus Amerika ? Weit gefehlt !
Im Jahre 1868 setzte der norwegische Bauernsohn Sondre Norheim bei Skispringen nicht wie gewohnt bei der Landung beide Beine auf, sondern schob einen Ski vor, den anderen zurück – machte einen Ausfallschritt – der Telemark war geboren, wie man ihn noch heute beim Skispringen sieht. Seinen Namen verdankt diese Technik der norwegischen Region Telemarken – der Heimat von Sondre Norheim. Die Technik setzte sich auch beim Skifahren durch, zuerst in den norwegischen Bergen und später in den europäischen Alpen. Damals gab es keine präparierten Pisten und „Freeriden“(in ungespurtem Gelände fahren) war die einzige Möglichkeit den Berg herunter zu kommen. Die Technik bedingt durch die damaligen Bindungssysteme (angefangen mit Lederriemen – mancher wird sich noch erinnern), welche die Ferse nicht fest auf den Ski brachten, geriet jedoch mit der technischen Weiterentwicklung der Ski und Bindungen in Vergessenheit und war um 1940 völlig von den Pisten verschwunden.
Es waren dann doch wieder die Amerikaner, die diese alte Technik in den 70er Jahren wieder entdeckten, bevor die Welle zurück nach Europa kam.
Für viele ist der „Kniefallschwung“ wirklich ein „Rausch auf Skiern“ geworden. Einerseits ist Telemark eine Abwechslung für den Pistenfahrer dem einfach runterfahren keinen Spaß mehr macht, andererseits eine prima Alternative für alle die gern abseits der Pisten ihre Bahn ziehen. Ob als Tourengeher der die ruhige Natur sucht oder als „Freerider“ der einfach nur „Fun und Action“will. Alle Spielarten sind möglich. Telemarkski in den verschiedensten Ausführungen sind bestens geeignet für alpine Skihochtouren, Querfeldein-Skiwanderungen im ungespurten Erzgebirgswald (neudeutsch=Cross Country Skiing) oder Gepäcktouren in Skandinavien.
Neben schmalen Cross Country Ski gibt es inzwischen eine riesige Auswahl an Pisten- oder Tourenski für Telemarker, die klassischen Seilzugbindungen kommen ebenso zum Einsatz wie ultramoderne Sicherheitsbindungen. Je nach Einsatzart benutzt man ebenso speziell gearbeitete Leder- wie Hightech-Kunststoffskistiefel.
Angst vor einer neuen schwer erlernbaren Skitechnik muss keiner haben. Das Abfahren ( Schwingen – Fliegen – Tanzen – Gleiten –wie Fan’s schwärmen) ist zwar eine Umstellung für eingefleischte Skifahrer eröffnet aber neue Dimensionen an Skigenuss. Skiprofi Markus Wasmeier fährt seit 20 Jahren zusammen mit seiner Mutter Telemark, die trotz kaputter Hüfte noch begeistert unterwegs ist. Telemark ist wesentlich schonender für die Gelenke, durch die flexiblere Position auf dem Ski bekommt man weniger Schläge ab als beim Alpinskifahren.
„…und pfeilschnell tragen ihn seine Ski die Ebene hinaus, wo er durch eine elegante, kühne Wendung, die die Telemarker aufgebaut haben, den Lauf hemmt, vom tausendstimmigen, jubelnden Zuruf des Publikums begrüßt.“ (ein unbekannter Fan im Jahre 1882)
Die Faszination des Telemark lässt sich nicht erklären, man muss es probiert haben.
Wir geben unsere Erfahrungen gern weiter. Bei uns in der Outdoor Company können seit letztem Winter Telemarkski ausgeliehen werden auch die ersten Schritte erklären wir gern.